Der Wasserturm

Wasserturm
Standort: Waldstraße / Jakob-Weber-Platz

Im Jahre 1929 gründeten die Gemeinden Dannstadt, Mutterstadt, Neuhofen, Otterstadt, Schauernheim, Schifferstadt und Waldsee unter dem Vorsitz des Mutterstadter Bürgermeisters Jakob Weber den Zweckverband für Wasserversorgung „Pfälzische Mittelrheingruppe“ www.wasserweb.de. 1935 wurde auch die zwischenzeitlich selbstständige Gemeinde Limburgerhof Verbandsmitglied.

Erste Aufgabe des Zweckverbands war die Errichtung einer flächendeckenden kommunalen Trinkwasserversorgung, nachdem das bisher für die bayerische Pfalz zuständige Landesamt für Wasserversorgung in München bereits vor dem Ersten Weltkrieg wegen der hohen Kosten von einem solchen Vorhaben Abstand genommen hatte. Im Mai 1931 konnten schließlich 800 Hausanschlüsse in Mutterstadt mit Wasser versorgt werden.

Das flache Gelände machte zum Erhalt des Leitungsdrucks jedoch den Bau von Hochbehältern erforderlich. So wurde 1931/32 neben dem Schifferstadter auch der Mutterstadter Wasserturm erbaut und am Sonntag, 21. August 1932 in Betrieb genommen.

Besonderheit des Mutterstadter Turms ist seine Bauweise als Stahlbeton-Skelett auf rechteckigem Grundriss. Acht äußere und vier inneren Stützen nehmen die eigentliche Behälter-Tragekonstruktion auf. Die bautechnisch einmalige Kombination eines rechteckigen äußeren Behälters mit einem inneren Ringbehälter ergab sich aus der Forderung des Mutterstadter Gemeinderates nach einer quadratischen Turmgestaltung.

Im Innern verbinden 180 Treppenstufen das Erdgeschoss mit der Armaturenbühne auf Balkonhöhe. Innerhalb eines schlotartigen Mantels führt von dort eine eiserne Wendeltreppe durch den inneren Wasserbehälter zur Behälterdecke.

Auf Grund der fortgeschrittenen Technik ist der Turm mittlerweile nicht mehr zwingend zur Erzeugung des Leitungsdrucks erforderlich. Mit seiner originalen technischen Einrichtung dient er heute der Vermeidung von Druckschwankungen. Als Wasserspeicher zum Ausgleich von Verbrauchsspitzen und zur Bereitstellung von Feuerlöschreserven übernimmt er ebenfalls noch wichtige Funktionen.

Im Jahre 1989 wurde der Wasserturm saniert und erhielt einen neuen Verputz. Den auffälligen künstlerischen Außenanstrich mit den zum Baukörper gut harmonierenden geometrischen Motiven gestaltete der Industriedesigner Friedrich Ernst von Garnier.

Zu besonderen Anlässen werden auch schon mal - wenn nicht gerade die Turmfalken nisten? die beiden zeittypisch expressionistischen Balkone für Besucher geöffnet, die im Nordosten und Südwesten unterhalb der Turmuhren als Abschluss über Eck geführt sind. Bei klarem Wetter hat man von dort einen umfassenden Blick über Mutterstadt, seine Gemarkung und die Umgebung vom Pfälzer- bis zum Odenwald.

Der das Ortsbild prägende Wasserturm gilt heute als weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde und kündigt dem Reisenden auf der nahen Bundesautobahn A 61 Mutterstadt schon von weitem an.

Daten im Einzelnen:
Gesamthöhe einschließlich Fundamentplatte: 52,65 m
Höhe des sichtbaren quadratischen Teils mit Dachaufbauten: 50,65 m
Wasserspiegel des Behälters (141,50 m über NN) 45,60 m
Balkonhöhe: 36,70 m
Seitenlänge des Grundrisses: 12,80 m
Mauerstärke: 25 cm
Speichervolumen des Behälters: 560 m³
Baukosten (in Reichsmark): 202.189,35 RM

Text und Fotos: Gunther Holzwarth (Mai 2004)
Innenansicht des Baukörpers
Blick von der L524 zum Wasserturm
Blick von der Ortseinfahrt Waldstraße zum Wasserturm
Armaturenbühne

 
 
 
Kontakt
Gemeindeverwaltung Mutterstadt
Oggersheimer Straße 10
67112 Mutterstadt
Tel.: 0 62 34 / 94 640
Parkplatzzufahrt: Ludwigshafener Straße 3


   

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